4stats Webseiten Statistik + Counter

Nightmages zeichnen lernen und malen lernen

zeichnen-lernen.net und online-zeichenkurs.de


Zeichenkurse

Forum | Galerie| Gästebuch | Downloads | Links

Kontakt | Impressum | Bücher | Video Blog | Comicjam


Druckansicht/ Barrierefreie Version


Grundlagen | Farbenlehre | Räumliches Zeichnen | Materialien | Tipps und Tricks | Landschaften zeichnen | Rechtliche Aspekte (Urheberrecht)


Menschen zeichnen
Figur | Kopf und Gesicht | Mimik zeichnen | Frisuren zeichnen | Hände zeichnen | Füße zeichnen

Gesten und Körperhaltung


Comics und Mangas zeichnen
Allgemeines | Comicfiguren | Comictiere | Mangas | Bildgestaltung


Bilder Colorieren
Buntstifte | Wachsmaler | Filzstifte | Marker | Computer


Zeichnen und Gestalten
Kleidung/ Stoffe| Wasser zeichnen | Tiere zeichnen | Pflanzen zeichnen | Maltechniken | Kunstepochen

Gestaltungsgesetze | Bildaufteilung | Semantik | Logogestaltung | Zeitschriftentitel | Plakate gestalten

Typografie/ Schrift | Opt. Täuschung | SW Bilder



Farbenlehre


Das Grundprinzip der Farbenlehre sind das Farben Sehen und die Farbmischungen.

Farben geben einem Bild eine besondere Note. Mit ihnen lassen sich Stimmungen und Eindrücke erreichen, die ohne Farben nicht möglich wären.

Wildes Mischen von Farben hat aber selten den gewünschten Erfolg. Daher haben sich schon namenhafte Leute wie Goethe oder Runge mit Farben beschäftigt und versucht sie zu Ordnen. Farbliches Gestalten folgt gewissen Regeln. Hier siehst Du welchen und wie sie sich einsetzen lassen.


Wirkung von Farben

Jede Farbe zeichnet sich durch ihren Charakter, ihre Eigenhelligkeit und Beziehung zu anderen Farben aus.

Ungebrochenes Rot kann aggressiv, aktiv sein; Rosa (mit Weiß gebrochenes/ gemischtes Rot) wirkt eher lieblich, zart und scheu; mit schwarz gebrochen/ gemischt, wirkt es z.B. würdevoll, ernsthaft usw.

Nach Goethe lassen sich Farben in "aktiv" und "passiv" unterteilen:
Aktive Farben - Rot, Gelb, Orange
Passive Farben - Blau, Grün, Violett

Sättigung, Farbhelligkeit und Kontraste
Fehlt einer Farbe der Farbton, ist die Sättigung null, dann liegt eine unbunte Farbe vor (weiß, grau, schwarz).

Eine reine Farbe, ohne Mischungen mit anderen Farben, hat die größte Sättigung. Jede Farbe besitzt eine Eigenhelligkeit.

Farbassoziationen/ Farbbedeutung
Man sagt eigentlich jeder Farbe eine bestimmte Bedeutung und Wirkung nach. Man kann diese Assoziationen bewusst einsetzen um seinem Bild eine entsprechende Aussagekraft zu verleihen.

Manche dieser Bedeutungen sind regelrecht symbolisch; z.B. wird Rot gleichbedeutend mit Liebe, Gelb mit Neid, Grün für Hoffnung/ Natur, Weiß für Unschuld/ Reinheit und Schwarz für Tod/ Trauer verwendet (wobei die Symbolik von Schwarz und Weiß in manchen asiatischen Kulturen genau das Gegenteil bedeuten als im westlichen Raum; dort ist Schwarz z.B. gleichbedeutend mit Glück und Weiß mit Trauer).

Andere Assoziationen sind nicht allgemein gültig, sondern lediglich durch Empfindungen, Kultur und Befragung großer Personengruppen zustande gekommen.

 

Farbe Bedeutung/ Symbolik Wirkung
ROT Vitalität, Aktivität, Dynamik, Wille, Gefahr, Kampf, Blut, Liebe, Leidenschaft, Wärme
  • stimulierend, aktivierend und aufregend
  • warm
  • unruhig, aggressiv
ORANGE Freude, Lebhaftigkeit, Spaß, Wärme, Ausgelassenheit, Tatkraft, Ausdauer
  • aufbauend und leistungssteigernd
  • stimmungsaufhellend
  • aufheiternd, ausgleichend
GELB Reife, Wärme, Kraft, Erfolg, Glück
  • sonnig
  • heiter, licht
  • freundlich, optimistisch,
GRÜN Hoffnung, Entspannung, Ruhe, Natürlichkeit, Heiterkeit
  • beruhigend, ausgleichend
  • erfrischend und regenerierend
  • natürlich
BLAU Ruhe, Unendlichkeit, Freundlichkeit, Frische
  • entspannend
  • lösend, harmonisiert
  • kühl
VIOLETT Unbewußtsein, Mystik, geistige Kraft, Inspiration, Magie
  • magisch
  • ausgeglichen, regenerierend
ROSA Romantik, Liebe, Zartheit
  • Ruhe fördernd
  • erfrischend
  • zart, lieblich
BRAUN Bequemlichkeit, Anpassung, Schwere, konservativ
WEISS Reinheit, Sauberkeit, Ordnung, Unschuld, Vollkommenheit, Beruhigung
SCHWARZ Trauer, Einengung, Abgeschlossenheit, pessimistisch, hoffnungslos, schwer
GRAU Neutralität, Trostlosigkeit, Nüchternheit, Elend, Sachlichkeit, Schlichtheit
GOLD Reichtum, Macht, elegant
SILBER Reinheit, Reichtum, Kälte, Schlichtheit, modern, elegant
 


Farben sehen

Wichtig zum farblichen Sehen ist Licht.
Wenn Licht auf einen Gegenstand fällt, wird es entweder reflektiert (vollständig oder nur teilweise = Farben) verschluckt (schwarz) oder es scheint hindurch (durchsichtig, farblos).

Je nachdem welche Lichtwellen reflektiert werden und auf das Auge treffen, dementsprechend ist die Farbe.

Wichtig zu wissen wäre dabei, das in unserem Auge nur Sinneszellen für Rot, Grün und Blau vorhanden sind. Das Gehirn errechnet sich aus diesen 3 Farben und der aufgenommenen Kombination, die Farbe, die wir im Endeffekt wahrnehmen.

Da in der Natur überwiegend Grüntöne vorkommen, ist unser Auge für diese Nuancen besonders empfänglich.

Prisma: Licht und Farbe

Wenn alle (rote, grüne und blaue) Lichtwellen reflektiert werden, sieht das Auge weiß, werden diese absorbiert, sieht man schwarz, hindurch gelassen, farblos. Werden rot und grün reflektiert und blau absorbiert, sieht man gelb; und so weiter...

Absorbtion, Reflexion: Licht und Farbe


Farbräume

Körperfarben sind auch z.B. Ölfarben, Acrylfarben, Voll- und Abtönfarben usw. - diese unterliegen allerdings weder dem RGB noch dem CMYK Farbraum.


Farbordnungssysteme

Farbdreieck - von Johann Wolfgang von Goethe.
Die 3 Grundfarben sind zueinander dargestellt.

Farbdreieck von Goethe

Farbkreis - die Grundfarben und deren Mischfarben sind dargestellt.
Die Farben, die sich gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben.

Farbkreis

Doppelkegel- von Johannes Itten.
Die Grundfarben, deren Mischfarben sowie die Abstufungen von schwarz
nach weiß sind dargestellt.

Doppelkegel von Johannes Itten

Farbkugel - von Runge.
Auf Ihr sind theorethisch alle Farben dargestellt.

Farbkugel von Runge

Farbmischungen

Additive Farbmischung
- Mischung von farbigem Licht
- Helligkeit nimmt bei Mischungen zu, die Summe aller Farben ist weiß

Beispiel einer Additiven Farbmischung (Mischung von Lichtfarben)

Subtraktive Farbmischung
- Mischung von Körperfarben (Pigmenten)
- Helligkeit nimmt ab, die Summe aller Farben ist schwarz

Beispiel einer Subtraktiven Farbmischung (Mischen von Pigmentfarben)

Autotypische Farbmischung
- Form der Subtraktiven Farbmischung
- Anwendung in der Druckindustrie (Farbdrucker > CMYK = Cyan Magenta Yellow Black)
- Grundfarben entsprechen den Zweitfarben der Additiven Farbmischung (Cyan, Magenta und Yellow)
- Summe aller Farben ist schwarz
- Mischfarben sind die Grundfarben der Subtraktiven Farbmischung

Beispiel einer Autotypischen Farbmischung (Mischen von Pigmenten)

Farbkontraste

Simultankontrast
Das Auge *verlangt* nach der Komplementärfarbe. Diese entsteht im Gehirn und ist nicht wirklich vorhanden (sukzessiv).

Wirklichkeit der Farbe ist nicht identisch mit ihrer Wirkung > Simultanwirkung kann verstärkt oder verhindert werden indem man Grautöne als Rand oder in die Mitte setzt.

Beispiel eines Simultankontrastes

Beispiel Simultankontrast

Hell-dunkel-Kontrast
Die Helligkeit (Tonwert) läßt die Farben zueinander wirken.
Gelb ist am hellsten, Violett am dunkelsten. Der stärkste hell-dunkel-Kontrast ist rot und türkies. Schwarz nimmt der Farbe die Helligkeit, weiß verstärkt sie...
geringere Kontraste können so verstärkt werden.

Beispiel Hell-Dunkel Kontrast

Komplementärkontrast
Die Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber.
Sie fordern und steigern sich gegenseitig. Zu jeder Farbe gibt es jeweils nur eine Komplementärfarbe. Sie entstehen als Nachbild im Auge (sukzessiv = wenn man sich eine grüne Fläche längere Zeit ansieht und dann auf eine weiße blickt, entsteht rot... man sieht sie, obwohl die Fläche weiß ist.

Das Gehirn *verlangt* also nach der Komplementärfarbe und bildet sie > Simultankontrast!).
Das Komplementärpaar bildet die Grundlage der harmonischen Farbgestaltung.

Beispiel Komplementärkontrast

Fotobeispiel eines Komplementärkontrastes:

Foto Rose; Komplementärkontrast


Kalt-warm-Kontrast
Entfernte Gegenstände wirken kälter. Kalte Farben sind eine gute Möglichkeit etwas perspektivisch und plastisch darzustellen. Farben lösen Temperaturempfindungen aus.
Der Kontrast ist auch wichtig für die farbliche Gestaltung von Innenräumen...

Eine Farbe kann, in Beziehung zu anderen Farben, sowohl kalt als auch warm wirken.
Kalt werden im Allgemeinen blau und violett empfunden. Als warm werden rot und orange empfunden. Gelb und grün können sowohl als warm als auch als kalt empfunden werden.

Beispiel Kalt-Warm Kontrast

Qualitätskontrast
(Auch Ton-in-Ton Kontrast, bei gleicher Farbe mit mehreren Abstufungen genannt) Hier sind Reinheitsgrad und Sättigungsgrad der Farben entscheidend.

Die Gegensätze sind gesättigte/ leuchtende Farben und dumpfe/ trübe Farben. Beim Aufhellen (mit weiß) oder Verdunkeln (mit schwarz, grau oder der Komplementärfarbe) verlieren die Farben an Leuchtkraft > man *bricht* die Farben also.

Beispiel Ton-in-Ton/ Quantitätskontrast


Quantitätskontrast
Dieser Kontrast bezieht sich auf die Größe der farbigen Fläche und auf das Verhältnis dieser Flächen zueinander.

Die Gegensätze sind viel und wenig, groß und klein. Die Leuchtkraft und Fleckengröße bestimmen die Farbwirkung. Um die Leuchtkraft besser einschätzen zu können, vergleicht man die Farben auf neutralem Grund (grau).

Die Wirkungsintensität ist verschieden. Goethe hat folgende Lichtwerte ermittelt:

Die Zahlen geben an in welchem Verhältnis die Größen der Flächen, der jeweiligen Farben, sein sollten.

Gelb/ violett = 1:4
Orange/ blau= 1:3
Rot/ grün= 1:2

Beispiel Quantitätskontrast


Farbe-an-sich-Kontrast
(Auch Bunt-Unbunt Kontrast genannt)

Dies ist der einfachste Kontrast. Es werden dabei mindestens drei verschiedene ungetrübte, reine Farben verwendet. Die Wirkung ist immer bunt.

Schwarz/ Weiß können als Trennlinien zwischen den Farben die Wirkung beeinflussen. Weiß schwächt, Schwarz stärkt die Farben in ihrer Intensität.

Beispiel Farbe-an-sich Kontrast


nach oben

© Urheberrecht von zeichnen-lernen.net und online-zeichenkurs.de by Stefanie Panitz.